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Jugendkriminalität in Hamburg weiter gestiegen
Steigerung um 13 Prozent - Dennoch weniger junge Straftäter in Untersuchungshaft
So war am 19.April 1999 ein Artikel in der Hamburger Tageszeitung “Die WELT” überschrieben.
Berichtet wurde, daß die Zahl der Straftaten, die von unter 21jährigen verübt wurden, um 13,1 Prozent gestiegen, daß von den 18-20jährigen ein Fünftel mehr Taten als 1997 begangen und gleichzeitig immer weniger Jugendliche und Heranwachsende in Untersuchungshaft genommen worden seien.
So wird Kriminalitätsfurcht geschürt, um die Auflage zu steigern!
Werfen wir einen Blick in die Presseerklärung der Behörde für Inneres vom 10. März dieses Jahres, in der die Zahlen der polizeilichen Kriminalstatistik für 1998 vorgestellt werden.
Zunächst eine wichtige Feststellung:
“Die statistischen Angaben zu den Tatverdächtigen sind in diesem Jahr nicht aussagekräftig.
... Somit ist festzustellen, daß die tatverdächtigenzählung in der Hamburger polizeilichen Kriminalstatistik für dieses Jahr mit Ungenauigkeiten behaftet ist, die eine objektive und verläßliche Interpretation nicht zulassen.”
Die Zahlen, soweit sie vorliegen, weisen im übrigen einen Rückgang der Gewaltdelikte von Jugendlichen und Heranwachsenden auf
Zu den Zahlen der Gewaltdelikte im einzelnen:
Raubstraftaten insgesamt - Rückgang um 13,6%
Handtaschenraube - Rückgang um 9,2%
sog. “Straßenraub” - Rückgang um 11,4% ( Taten der unter 21jährigen gingen überproportional um 19,0% zurück!)
Tötungsdelikte - Rückgang um 12,8%
Einzig die Körperverletzungsdelikte und die Vergewaltigungen ( mit 45%igem bzw. 66%igem Anteil von Opfern, die eine Vorbeziehung zum Täter hatten, nahmen um 5,3% bzw. 43,9% zu.
Wie kommt es also zu dem von der WELT behaupteten Anstieg der Jugendkriminalität um 13%?
Ganz einfach: Die Hamburger Hochbahn AG hat die Zahl der Kontrolleure deutlich erhöht.
Dies führte zu einem Anstieg der Beförderungserschleichungen um 30,8% - darunter vermutlich ein hoher Anteil unter 21järiger..
Da der Anteil dieses Deliktes an der Gesamtkriminalität sehr hoch ist, steigt mit dem Anstieg der von Jugendlichen und Heranwachsenden begangenen Beförderungserschleichungen auch die Gesamtzahl der von ihnen begangenen Straftaten sehr deutlich. Dasselbe trifft für das andere sog. “Kontrolldelikt”, den Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, zu. Eine Intensivierung der polizeilichen Kontrolle z. B. im Stadtteil St. Georg führt zu einem Anstieg der ermittelten Tatverdächtigen.
Also: Schwarzfahrer in Untersuchungshaft!
Den Gesamttext der Pressemeldung der Hamburger Innenbehörde finden Sie, wenn Sie hier anklicken.
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