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USA zählen erneut weniger Verbrechen
Vor allem Kriminalität unter jungen Schwarzen gesunken
Von Dietmar Ostermann
Im siebten Jahr in Folge rückläufig, hat die Verbrechensrate in den USA 1998 das niedrigste Niveau seit 13 Jahren erreicht. Die Mordrate war so niedrig wie zuletzt im Jahr 1967. Präsident Bill Clinton sprach von einer "guten Nachricht für Amerikas Familien", warnte zugleich aber davor, die Anstrengungen in der Kriminalitätsbekämpfung zu verringern.
WASHINGTON, 18. Oktober. Der am Sonntagabend veröffentlichte Jahresbericht der Bundespolizei FBI weist für 1998 in allen wesentlichen Kriminalitätsbereichen eine rückläufige Tendenz aus. So sank die Rate der registrierten Gewaltdelikte im vergangenen Jahr gegenüber 1997 um sieben Prozentpunkte, der Eigentumsdelikte um sechs, der Morde um sieben und der Vergewaltigungen um vier Punkte. Am stärksten rückläufig waren Raubüberfälle, die um rund ein Zehntel abnahmen. Damit setzt sich ein Trend fort, den US-Statistiker seit Beginn der 90er Jahre verzeichnen.
Mit 566 Taten auf 100000 Einwohner sank die Verbrechensrate 1998 auf das niedrigste Niveau seit 1985. Die Mordrate fiel mit 6,3 je 100000 Einwohner erstmals wieder auf den Wert von 1967.
Der Anteil der Frauen unter den registrierten Opfern sank hierbei überproportional um elf Prozentpunkte. Die Rate der Raubüberfälle erreichte ebenfalls ein Rekordtief und belief sich auf 165 pro 100 000 Einwohner, was zuletzt 1969 unterboten worden war. Auf 100 000 Frauen und Mädchen kamen 67 angezeigte Vergewaltigungen.
4321 Verbrechen waren laut der FBI-Statistik rassistisch motiviert. In 1390 Fällen gaben die Experten einen religiösen Hintergrund an.
Regional gibt es dabei weiter große Unterschiede. So ist die Mordrate im Süden mit acht pro 100000 Einwohnern die höchste und doppelt so hoch wie im Nordosten der Vereinigten Staaten, während der Westen und Mittlere Westen Durchschnittswerte melden. Dem Abwärtstrend in den Großstädten steht zudem ein erstmals registrierter Anstieg der Morde in Kleinstädten bis 25000 Einwohner um vier Prozentpunkte gegenüber. Während New York 1998 mit 633 Morden gegenüber 770 im Vorjahr erneut einen erstaunlichen Rückgang verzeichnete, legen neuere Statistiken für dieses Jahr zudem bereits wieder einen Anstieg nahe:
Nach Ansicht des Kriminologen James Fox von der Northeastern University sind die Erfolge der 90er Jahre vor allem auf einen Rückgang der Verbrechensrate unter jungen Schwarzen zurückzuführen, während die ihrer weißen Altersgenossen in Vororten und ländlichen Gebieten annähernd konstant blieb. Laut Statistik sank die Zahl der wegen Gewaltverbrechen verhafteten Jugendlichen 1998 insgesamt um acht Punkte, während der Rückgang bei erwachsenen Tätern nur halb so groß ausfiel.
Als "wichtigsten Trend" des FBI-Reports vermerkte die Washington Post einen Rückgang der mit dem Gebrauch von Schußwaffen verbundenen Verbrechen. Während etwa die Gesamtzahl der Morde im Vorjahr um 1295 gesunken sei, vermerkt das Blatt, seien die mit Schußwaffen begangenen Tötungsdelikte überdurchschnittlich um 1586 rückläufig. Bei Raubüberfällen waren ebenfalls weniger Schußwaffen im Spiel. Hier ging der Anteil von 40 auf 38 Prozent zurück. Trotzdem blieben Pistolen die weitaus häufigsten Tatwaffen.
Präsident Bill Clinton begrüßte den aus der Statistik ablesbaren Trend, mahnte jedoch gleichzeitig weitere Anstrengungen an. "Dies ist eine gute Nachricht für Amerikas Familien", erklärte er, "doch auch wenn die Verbrechen zurückgehen, dürfen wir in unserer Wachsamkeit nicht nachlassen."
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